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Influenza-A-Virus H1N1 - oder auch Schweinegrippe genannt-, macht diese Monate und Wochen große Schlagzeilen. Und es gibt jede Menge Missverständnisse, an denen die Medien - und da insbesondere das Fernsehen - nicht unschuldig sind.
Die Schweinegrippe heißt so, weil der Grippevirus von einem Schwein auf den Menschen übergesprungen ist.
FALSCH
Die Schweinegrippe heißt so, weil man geglaubt hat, dass der Grippevirus vom Schwein auf den Menschen übergesprungen ist.
Tatsächlich kennt man den H1N1-Virus schon sehr lange. Er war schuld an der spanischen Grippe in den 20iger Jahren des letzten Jahrhunderts und an der russischen Grippe 1978/79. Außerdem hat man ihn an vielen Orten der Welt entdeckt.
Experten sind der Meinung, dass in den 70er Jahren eine Subvariante des Virus auch in Deutschland grassierte, allerdings wurde er so nicht erkannt und löste keine Pandemie aus. Aber viele Menschen bildeten eine Immunabwehr und sind heute gegen die Hauptform weit gehend geschützt. Auch wenn nach der langen Zeit der Schutz nicht mehr voll wirksam ist, so erinnert sich unser Körper doch an den Virus und kann schneller die Antikörper herstellen. Das ist auch der Grund, warum die Schweinegrippe heutzutage vor allem Jugendliche und Kinder trifft, die bisher noch keinen Kontakt mit H1N1 oder einem seiner Subviren hatte. Ältere Menschen werden natürlich auch infiziert. Doch diejenigen, die bereits Kontakt mit dem Subvirus hatten, überstehen diese meist unbemerkt.
Es gibt schon 10 Tote nach der Schweinegrippe-Impfung.
So weit richtig, aber diese 10 Menschen sind NICHT wegen der Impfung gestorben. Die Obduktionen haben ergeben, dass alle an anderen Krankheiten und Leiden gestorben sind.
Die Wahrscheinlichkeit an einer Überreaktion des eigenen Körpers gegen eine Impfung zu sterben, ist sehr gering. An den Konservierungsstoffe stirbt in der Regel auch keiner, zumal deren Verträglichkeit vielfach getestet wurde.
Warum gibt es für mich noch keine Impfdosis? Halten die Firmen die Stoffe zurück, um den Preis in die Höhe zu schrauben?
Nein. Es liegt tatsächlich an den Kapazitäten. Diese liegen bei etwa 2 Millionen pro Woche. Das ist an für sich schon eine Menge. Aber wenn 40 Millionen Dosen gebraucht werden, dann dauert es eben 20 Wochen bzw. 5-6 Monate, bis alle Bestellungen bedient werden können.
Bei der "normalen" Grippe wird schon im Frühjahr geforscht und bis zum Sommer werden die entsprechenden Tests gemacht und die Freigaben werden erteilt. Dann kann zügig produziert werden, so dass bei Ausbruch der Grippewelle, genügend Impfstoffe zur Verfügung stehen.
Bei der Schweinegrippe hatten die Firmen diese Vorlaufzeit nicht. Die Freigabe erfolgte erst Ende September. Es sind also noch nicht einmal 8 Wochen seit der Freigabe, entsprechend konnten bisher nur ein Teil ausgeliefert werden. Weit mehr als die Hälfte der benötigten Dosen sind also noch offen. Wer sich vormerken lässt, kommt früher dran. Am Schluss kommen die, die spontan in die Praxis kommen, um sich impfen zu lassen.
Wieso bestellt eigentlich die Regierung die Impfstoffe?
Das tut sie nicht. Man sagt es zwar, doch in Wirklichkeit steckt nur eine Garantie dahinter, dass tatsächlich diese Bestellmenge hergestellt werden können. Man muss sich vorstellen, dass eine Firma, die Impfstoffe herstellt, nicht ins Blaue plant. Sie will genau wissen, wieviele Impfmengen sie herstellen soll. Gibt es eine garantierte Mindestabnahmemenge, kann sie ihre Geräte mit voller Kapazität laufen lassen.
Die Regierung selbst kann nichts bestellen. Es gibt aber Organe in der Regierung, die für den Bundestag Bestellungen an Impfstoffen abgibt, so wie es ein Firmenchef für die Angestellten tut. Doch der größte Teil der Bestellungen macht der Apotheken-Großhandel aus. Die Apotheken nehmen die Bestellungen von den Ärzten und den meisten Krankenhäusern entgegen (manche Krankenhäuser haben eine eigene Apotheke, die ihre Bestellung sogar direkt an die herstellende Firmen schicken).
Die Nebenwirkungen sind schlimmer als die eigentliche Krankheit.
Naja, das kann nicht sein. Gespritzt werden keine Viren, sondern nur bestimmte Teile, die für die Identifierung für unser Immunsystem ausreichen. Da ich zu den chronisch Kranken gehöre, habe ich mich auch impfen lassen.
Ich saß auf einem Stuhl, Oberkörper frei. "Bitte sagen sie kurz Bescheid, wenn sie pieksen" (ich bin halt ein kleiner Angsthase). Doch er sagte nicht Bescheid, er war schon fertig, während ich die Bitte noch ausgesprochen habe. Mein Arzt versteht es wirklich mit der Nadel umzugehen. Auch wenn er Blut von mir nimmt. Man spürt es, wenn überhaupt, kaum.
Und wie war das mit den Nebenwirkungen? Ich habe mir zweimal die Nase putzen müssen, weil sie ein klein wenig gelaufen ist und hatte zweimal einen leichten Schweißausbruch (nein, ich habe keine Wechseljahre ;-)). Wenn ich den Arm hebe, in dessen Schulter ich geimpft wurde, spüre ich einen leichten Druck an der Stelle. Auch wenn ich mit der Hand auf die Stelle drücke, verspüre ich einen leichten Schmerz (1 von 10). Das ist im übrigens keine Nebenwirkung, sondern eine Hauptwirkung. Wenn man diesen Druck fühlte, arbeitet der Körper daran, entsprechende Antikörper zu bilden.
Obwohl meine Dosis Konservierungsstoffe beinhaltete, bildete sich kein roter Ring an der Stelle.
Die Medien erzählen sehr viel Mist. Aber sie verkaufen ihn gut. Schließlich wissen sie, wie man aus Scheiße Geld macht. Immer skeptisch bleiben. Und auch vieles was man im Internet und in den Foren findet, ist schlicht aus der Luft gegriffen und stammt von Personen, die sich wichtig machen wollen. Im Zweifel einfach den/die ApothekerIn oder den Hausarzt fragen; so wie ich es immer wieder tue und diesen Menschen manchmal auf den Keks gehe. Aber sie wissen, dass diese Informationen für den Patienten (also ich) wichtig sind. Daher antworten sie dann doch ganz gern.
Ich wünsche Dir noch einen schönen Abend.